In unserer Fraktionssitzung nahm die Verabschiedung von Robert Lang einen entsprechend großen Raum ein. Der neue
Fraktionsvorsitzende Karl Ittensohn ließ es sich dabei nicht nehmen, auf die kommunalpolitische Laufbahn seines Vorgängers zurück zu blicken:
Robert Lang vertrat die Freien Wähler bereits von 1989 im Gemeinderat von St.Leon-Rot, die erste Periode gestatltete sich dabei
mühsam, aber auch sehr lehrreich. Durch die erfolgreiche Arbeit konnte das Ergebnis von 1989 im Jahr 1994 sogar noch überboten werden, sodass man mit 8 Räten eine kompetente Mannschaft stellen
konnte.
Durch interne Abspracheprobleme kam es im Jahr 1999 bei der Gemeinderatswahl zu dem Umstand, dass die Freien Wähler nicht
kandidieren konnten – aber auch in dieser Zeit der politischen Zwangspause war Robert Lang die treibende Kraft, die schließlich auch wieder die Kandidatur im Jahr 2004 forcierte und viele andere
mitzog. So zog man schließlich wieder mit 6 Sitzen in den Gemeinderat ein um wieder „Aufbauarbeit“ zu leisten. Im Jahr 2009 belohnte die Wählerschaft das Engagement der Freien Wähler, deutlich
erkennbar an einer klaren Stimmensteigerung, sodass die Freien Wähler nun in der kommenden Periode 7 Sitze stellen werden.
Karl Ittensohn ging auch auf das persönliche Engagement von Robert Lang ein: Durch seinen Beruf als Förster brachte Robert ein
immenses Fachwissen in die Fraktion ein, sein großes Erinnerungsvermögen stellte einen wesentlichen Teil des „Fraktionsgedächtnisses“ dar und durch seine Eloquenz und sein Durchsetzungsvermögen
vertrat er die Fraktion souverän als Vorsitzender, der für viele Bewohner der Gemeinde das „Gesicht“ der Freien Wähler schlechthin war..
Einzelne Themen, für die sich der scheidende Fraktionsvorsitzende besonders einsetzte, waren Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit
und der Eisnatz erneuerbarer Ernergien, was vor allem bei Projekten wie dem Bau der Kläranlage, des Gewerbeparks, der Sanierung des St.Leoner Sees, sowie bei der Planung des Schwimmbads zum Tragen
kam.
Oft handelte es sich dabei um einen aussichtslosen Kampf „gegen Windmühlen“, doch Robert Lang ließ sich davon nicht unterkriegen,
sondern machte mit einer regelrecht „stoischen“ Ruhe weiter – so vertrat er auch seine Meinung bei wirtschaftlichen Themen wie der Ansiedlung der SAP im Gewerbepark, dem Bau des Rathauses als
Leasing-Modell, sowie der Debatte um den Gewerbesteuerhebesatz.
Karl Ittensohn bedauerte den Verlust von Robert Lang für die Fraktion und betonte auch seine eigene Überraschung über die
Entscheidung das Amt aufgrund der beruflichen Belastung nicht mehr wahrnehmen zu können – er aktzeptiere aber diese Entscheidung. Allerdings stelle der Rückzug von Robert Lang aus dem Gemeinderat
auch einen großen Verlust für die Gemeinde dar, die dadurch einen ihrer fachkundigsten und kompetentesten Gemeinderäte verliert.
Im Anschluss an diese Dankesworte richtete Robert Lang auch selbst noch einmal ein paar Worte an die Anwesenden, er bedankte sich
für das Vertrauen der Fraktionskollegen in all den Jahren, man seie eine „tolle Mannschaft“ gewesen, auch wenn die Arbeit nicht immer leicht war. Der Fraktion wünschte er viel Erfolg bei der Arbeit
und gab ihr einen der Leitsätze der Freien Wähler „Quer denken, aber geradeaus handeln“ mit als Motto auf den Weg. Er selbst werde dem Verein auch weiterhin zur Verfügung stehen und die amtierenden
Gemeinderäte nach Kräften unterstützen.
Im Anschluss an diese Ansprache überreichte Susanne Pfleiderer stellvertretend für die Fraktion ein Präsent, die Fraktion bedankt
sich damit für das große Engagement von Robert Lang in all den Jahren und wünscht ihm weiterhin alles Gute, in der Hoffnung, dass er auch weiterhin für Fragen und Probleme jeglicher Art zur Verfügung
steht.
Am 2. Mai 2009 feierten die Freien Wähler St. Leon-Rot zusammen mit vielen Vereinsmitgliedern und Gästen ihr 25-jähriges Bestehen im FC Clubhaus in Rot.
Zu den Gästen zählten neben dem neugewählten stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes der Freien Wähler in Baden-Württemberg und Bürgermeister von Plankstadt, Herrn Jürgen Schmitt, auch
Vertreter der CDU Gemeinderatsfraktion sowie die Vorsitzenden der Freien Wähler aus Reilingen und aus Malsch.
Als stellvertretende Bürgermeisterin überbrachte Frau Runde die Glückwünsche der Gemeindeverwaltung.
Mit einem musikalischen Beitrag, dem Divertimento in G-Dur von J. Haydn, erfreuten Aline Bechberger (Querflöte, Michael Rehorst (Geige) und Tobias Rehorst (Cello) die Festgäste.
Danach eröffnete die Vorsitzende ihre Rede mir einem Rückblick, wie alles angefangen hat.
Die Geschichte der Freien Wähler begann in den Sommerferien 1984 auf einem Campingplatz an der Adria im damaligen Jugoslawien, als sich Georg Kesel und Jürgen Dabelstein über die Gemeindepolitik
von St. Leon-Rot und die damals einseitige Verteilung im Gemeinderat unterhielten und feststellten, dass ihre kommunalpolitischen Interessen im Gemeinderat nicht vertreten werden. In Erinnerung
daran, dass es vor der Gemeindereform in beiden Ortsteilen Freie Wähler im Gemeinderat gab und der Tatsache, dass sich beklagen keine Änderungen herbeiführt, schlossen sich 12 Kandidaten mit dem Ziel
„Politik ohne Parteibuch" zu machen zusammen und wurden mit drei von ihnen direkt in den Gemeinderat gewählt.
1989 wurden bereits sechs Vertreter der Freien Wähler in den Gemeinderat gewählt. Bereits in der nächsten Legislaturperiode waren es acht Vertreter. 1999 erlebten die Freien Wähler durch eine
Fristversäumung und dem verpassten Einzug in den Gemeinderat ein düsteres Kapitel ihrer Vereinsgeschichte. Bis zur nächsten Wahl 2004, mit der es wieder sechs Vertreter im Gemeinderat gab, waren die
Freien Wähler nicht unpolitisch geworden und verfolgten wachsam die Gemeindeentwicklung.
„In all den Jahren unserer Gemeinderatsarbeit haben wir unsere Gestaltungskraft in Zukunftsentwürfe für unsere Heimatgemeinde eingebracht." fuhr Frau Runde ihre Rede fort und gab einen Rückblick
auf Erreichtes in der Vergangenheit und nannte die Ziele für die Zukunft. „Bildung und Betreuung unserer Kinder, die allgemeine Finanzlage, Daseinsvorsorge für die notwendigsten innerörtlichen
Einrichtungen" sind nur einige Themen, „die spannende Fragen aufwerfen und zukunftsweisende Antworten verlangen". Zum Abschluss verwies sie noch auf die gut besetzte Kandidatenliste für die
anstehende Kommunalwahl. „Alles Persönlichkeiten die starkes Interesse an der Gegenwart und der Zukunft ihrer Heimatgemeinde zeigen und über Kompetenz und die nötige Kreativität verfügen."
Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Baden-Württemberg, Herr Jürgen Schmitt, lobte das Engagement der Freien Wähler zum Wohle ihrer Heimatgemeinde und ihre Liebe zu St. Leon-Rot.
Er verglich das Jubiläum mit der Besonderheit einer silbernen Hochzeit und wünschte den Freien Wählern alles Gute für ihre Zukunft, bevor er zu den Ehrungen überging:
10 Jahre Mitgliedschaft
Alexandra Back, Gisela und Richard Becker, Heike Brecht, Petra Frey, Karl Ittensohn, Elfriede Kachler, Horst Klingmann, Siegfried Köck, Ludwig Link, Rudi Martin, Eberhard Münz, Ursula Pisot,
Eberhard Rössler, Astrid Schindler, Udo Stegmüller, Helga und Klaus Stier, Theo Vetter, Andreas Wagner
20 Jahre Mitgliedschaft
Herbert Brecht, Robert Lang, Horst Marek, Karin Thome, Reinhard Thome, Ludwig Zeidler
25 Jahre Mitgliedschaft
Dr. Jürgen Dabelstein, Georg Kesel, Ernst Richard Raabe, Anneliese Runde, Reiner Seithel, Roland Wahl, Raimund Weis
Die Ehrenmitgliedschaft verlieh der Ortsverband für jahrelange, verdienstvolle Arbeit und Unterstützung für die Ziele der Freien Wähler an Herrn Raimund Weis.
Untermalt wurde das Programm außerdem mit Gedichten von Mascha Kaléko und Erich Kästner.
Zum heiteren Abschluss bot der Liedermacher Wolfgang Danner Welthits in kurpfälzer Mundart.